Grundlagenpreis - Basic Research Award 2002


Prof. Dr. Robert G. Gallager

  • für seine grundlegenden Arbeiten zur Informations- und Codierungstheorie, zur Theorie des Mobilfunks und zur Theorie der Kommunikationsnetze.

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  • for his basic work and fundamental contributions to information theory, coding theory, to mobile communications and to the theory of communication networks.
  • Curriculum Vitae von Prof. Dr. Robert G. Gallager
     
    29.5.1931 Geboren in Glenolden, Pennsylvania, USA.
    1953 Bachelor of Science in Elektrotechnik.
    1953-54 Ingenieur bei den Bell Telephone Laboratories.
    1954-56 U.S.Army.
    1957 Senior Member des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
    1960 Promotion (ScD) am MIT.
    1960-64 Assistant Professor für Elektrotechnik am MIT.
    1964-67 Associate Professor für Elektrotechnik am MIT.
    1967-76 Professor für Elektrotechnik am MIT.
    1971-72 Geschäftsführender Vizepräsident für Forschung der Codex Corporation.
    1976-2001 Fujitsu Professor für Elektrotechnik am MIT.
    1986-99 Co-Direktor des Laboratoriums für Informations- und Entscheidungssysteme. (Laboratory for Information and Decision Systems, LIDS)
    2001 Professor Emeritus des MIT.
    Auszeichnungen und Ehrungen
    1966IEEE Baker Prize Paper Award.
    1968Fellow of the Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE).
    1973Gold Medal Award der Moore School, University of Pennsylvania.
    1977-78Guggenheim Fellowship.
    1979Mitglied der U.S. National Academy of Engineering.
    1983Shannon Award der IEEE Information Society.
    1984IEEE Centennial Medal.
    1990IEEE Medal of Honor.
    1992Mitglied der U.S. National Academy of Sciences.
    1993a) MIT Graduate Student Council Teaching Award.
    b) Prize Paper Award (gemeinsam mit Parekh) der Tagung IEEE INFOCOM.
    c) William Bennet Prize Paper Award (gemeinsam mit Parekh).
    1998Zwei Golden Jubilee Paper Awards der IEEE Information Theory Society.
    1999a) Harvey Prize in Science and Technology des Technion, Israel.
    b) Fellow der American Academy of Arts and Sciences.
    2000Fellow des International Engineering Consortium (IEC).

    Grundlagen der Informations- und Codierungstheorie

    Professor Gallager hat entscheidende Grundlagen des Informationszeitalters gelegt. Als Schüler von C.E. Shannon hat er die Informationstheorie, die sich mit den theoretischen Grundlagen der Nachrichtenübertragung, der Kompression von Texten, Sprache, Musik und Bildern beschäftigt, weiterentwickelt. Bereits in seiner 1962 abgeschlossenen Dissertation hat er fehlerkorrigierende Verfahren vorgestellt, welche zur sicheren Übertragung über gestörte Kanäle Paritätsprüfcodes mit niedriger Dichte („Low Density Parity Check Codes“) verwenden. Er war damit seiner Zeit weit voraus, denn erst 33 Jahre später hat man im Zusammenhang mit der sogenannten Turbodecodierung festgestellt, dass man damit der absoluten Grenze der Nachrichtenübertragung, der sogenannten Shannongrenze bis auf weniger als 1 % nahekommt. Das bedeutet z. B., dass man im Mobilfunkbereich mit solchen Codes eine fehlerfreie digitale Nachrichtenübertragung mit minimalster Sendeleistung realisieren kann, was in der gegenwärtigen Diskussion über elektromagnetische Emissionen von großer Bedeutung ist. Diese Gallager Codes werden auch für die sichere Datenübertragung im Weltraum, bei der Satellitenkommunikationstechnik sowie bei Magnetaufzeichnungsverfahren verwendet.

    Das zweite große Forschungsgebiet von Professor Gallager ist die Theorie der Computer und Kommunikationsnetze. Diese weltweit ausgebreiteten Netze der Informationstechnik, wie das Internet, aber auch Satellitennetze und optische Netze, bestimmen weithin unser Leben und sind die Nervenstränge der Informationsgesellschaft. Hier hat Professor Gallager in einer Vielzahl von Artikeln und Büchern die weithin ad hoc entworfenen Verfahren der Rechnernetze auf die solide Basis der mathematischen Statistik und der Informationstheorie gestellt. Seine Arbeiten zeigen z. B. wie man einen optimalen Weg in solchen Netzen findet, wie man Warteschlangen abarbeitet, oder wie man mehrere Nutzer auf einem Funkkanal optimal bedient. Dabei hat er nicht Detaillösungen im Auge, sondern er zeigt ganz im Sinne der Shannonschen Informationstheorie was die absoluten Grenzen und Möglichkeiten solcher Verfahren sind.

    Nicht zuletzt wird die große Leistung Gallagers als Hochschullehrer und Lehrbuchautor gewürdigt. Sein 1968 erschienenes Buch „Information Theory and Reliable Communication“ ist seit Jahrzehnten das Standardwerk der Informationstheorie. Es hat Generationen von Studenten und Wissenschaftlern in das faszinierende Gebiet der theoretischen Grundlagen der Informationsübertragung- und verarbeitung eingeführt.
     
    Prof. Dr. Joachim Hagenauer, 
    Technische Universität München 

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