Kulturpreis - Cultural Award 2004


Prof. Dr. rer. nat. Dr. phil. Gerhard Vollmer

  • Wir ehren Gerhard Vollmer für die Grundlegung einer Evolutionären Erkenntnistheorie und für seine herausragende Mittlerfunktion zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.

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  • We honor Gerhard Vollmer for his brilliant and creative essays on Evolutionary Epistemology and for his continued efforts as a mediator between the "two cultures", natural sciences and humanities.
  • Curriculum Vitae von Prof. Dr. rer. nat. Dr. phil. Gerhard Vollmer
    17.11.1943 Geboren in Speyer/Rhein.
    1954-1963 Altsprachliches Gymnasium Speyer.
    1963-1968 Studium der Physik, Mathematik und Chemie in München, Berlin, Hamburg (DESY), Freiburg; Diplom in Physik.
    1967-1972 Studium Philosophie und Sprachwissenschaften in Freiburg und Montreal.
    1971 Promotion in Theoretischer Physik bei Siegfried Flügge, Freiburg.
    1971-1972 Research Associate bei Mario Bunge, McGill University, Montreal.
    1971-1974 Wissenschaftlicher Assistent für Theoretische Physik bei Siegfried Flügge in Freiburg.
    1974 Promotion in Philosophie in Freiburg.
    1975-1981 Akademischer Rat für Philosophie an der Universität Hannover.
    1981-1991 Professor für Philosophie am Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft Gießen, zugleich Mitglied des Fachbereichs Biologie, mehrfach Geschäftsführender Direktor des Zentrums.
    seit 1991 Professor für Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig, Geschäftsführender Leiter des Seminars für Philosophie. Arbeitsgebiete Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Künstliche Intelligenz, Evolutionäre Ethik. Vertritt einen Evolutionären Naturalismus.
    Okt./Nov. 2002 Gastvorträge an der Hunan Normal University Changsha in China.
    Auszeichnungen und Ehrungen
    1963 Magnus-Schwerd-Preis für überragende Leistungen in der Mathematik.
    Seit 1998 Mitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina zu Halle.
    Seit 2001 Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.
    Seit 2002 Gastprofessor an der Hunan Normal University Changsha in China.
    2003 Festschrift für Gerhard Vollmer zum 60. Geburtstag: Kaltblütig. Philosophie von einem rationalen Standpunkt Wolfgang Buschlinger, Christoph Lütge (Herausgeber). Hirzel Verlag, Stuttgart.
    Veröffentlichungen (Auswahl)
    1975-2002 Evolutionäre Erkenntnistheorie (8 Auflagen und 4 Übersetzungen)
    1985-2003 Was können wir wissen? 2 Bde. (3. Auflagen)
    1993 Wissenschaftstheorie im Einsatz
    1995 Auf der Suche nach der Ordnung
    2003 Wieso können wir die Welt erkennen?

    Evolutionäre Erkenntnistheorie -
    Philosophie im wissenschaftlich-technischen Zeitalter

    Vollmer verbindet in seiner Person die beiden akademischen Kulturen: Er wurde bei Siegfied Flügge, damals eine der besten Adressen in theoretischer Physik, mit dem höchsten Lob promoviert. Sein Zweitstudium in Philosophie und Linguistik führte zum Dr. phil. und ebnete ihm den Weg auf eine Professur für Philosophie.

    Vollmers Stärken in Wort und Schrift sind Klarheit, Deutlichkeit, Verständlichkeit. Seine doppelte Ausbildung als Physiker und als Philosoph hat ihn zum Mittler zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften werden lassen. Er verkörpert das Prinzip Interdisziplinarität in vorbildlicher Weise. Aber auch für den gebildeten Laien sind seine Bücher zugänglich. Vollmer versteht es, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen, ohne sie zu entstellen.

    Wir ehren Vollmer für sein philosophisches Gesamtwerk, aber vor allem für sein Buch Evolutionäre Erkenntnistheorie . Es ist am Anfang seiner Karriere (1975) aus seiner Dissertation entstanden und hat seitdem in acht Auflagen und vier Übersetzungen sein Ansehen als Philosoph und Schriftsteller begründet, auch im Ausland.

    Vor diesem Hintergrund seien einige Gesichtspunkte herausgestellt, die uns bewogen haben, Vollmer als Preisträger auszuwählen:

    Im Jahr 2002 ging der Kulturpreis an Armin Maiwald für sein Jahrzehntelanges Bemühen, technische Sachverhalte kindgerecht im Fernsehen darzustellen . Im Jahr 2003 vergaben wir den Kulturpreis an Ernst Peter Fischer für sein stetes und erfolgreiches Bemühen, der anderen Bildung was man von den Naturwissenschaften wissen sollte bei einer breiten Mittelschicht in unserem Land zur Akzeptanz zur verhelfen.

     
    Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Hans Mohr, 
    Universität Freiburg 

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